Charaktere: 6-7

Besetzung: 3 Darsteller | Variationen möglich

Spieldauer: 70

Spielalter: Erwachsene,Jugendliche, Kinder

Publikum: Ab 7

Szenen/Akt: 8

Bilder: 6

Tarif: 4

Mindestgebühr/Auff.: 60,00 EUR

Die Waldkinder

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Die Waldkinder

Eine zauberhafte Geschichte über die Verbindung zwischen Menschen und Mitwelt.


Es gibt zwei Arten von Kindern: Die Stadt- und die Waldkinder! 

Die Waldkinder kommen im Regelfall mit neun Jahren auf ein Internat, in dem sie lernen, in der Natur zu leben, sich von Stadtmenschen fernzuhalten und mit ihren Füßen umzugehen. Die können sich nämlich mit dem Boden verwurzeln und so die Bäume zum Leuchten und Klingen bringen.

Lola, die Hauptfigur der Geschichte, ist so ein Waldkind und wartet sehnsüchtig auf ihren Geburtstag.
Doch dann geschieht das Absurde: Sie wird nicht abgeholt - die schlimmste Schande, die einem Waldkind passieren kann.
So muss sie auf eine normale Schule gehen und sich dort als Stadtkind ausgeben. Doch dann erfährt sie, dass auch ihre Mitschülerin Marie keine Einladung zum Internat bekommen hat und der Stadtpark gerodet werden soll.

Die beiden Waldkinder machen sich daran, einen Plan zu schmieden, um die Bäume zu retten. 




Theaterpädagogische Perspektive

„Die Waldkinder“ – Ein poetisches Plädoyer für Naturverbundenheit, Freundschaft und Selbstfindung.

1. Inhalt & Form

„Die Waldkinder“ erzählt eine fantasievolle und berührende Geschichte über Zugehörigkeit, Anderssein und die Verbindung zwischen Mensch und Natur. Im Mittelpunkt steht Lola, ein Waldkind, das sich sehnsüchtig auf seinen neunten Geburtstag freut – den Tag, an dem es normalerweise in das geheimnisvolle Internat der Waldkinder aufgenommen wird. Dort lernen die Kinder, im Einklang mit der Natur zu leben und ihre besondere Gabe zu nutzen: Mit ihren Füßen können sie sich mit dem Boden verwurzeln und Bäume zum Leuchten und Klingen bringen.

Als Lola entgegen aller Erwartungen nicht abgeholt wird, gerät ihre Welt ins Wanken. Sie muss eine gewöhnliche Schule besuchen und ihre Herkunft verbergen. Dort trifft sie auf Marie, die ein ähnliches Schicksal teilt. Gemeinsam entdecken die beiden Mädchen nicht nur ihre Freundschaft, sondern auch ihre Verantwortung für die Natur, als sie erfahren, dass der Stadtpark abgeholzt werden soll.

Die Geschichte verbindet märchenhafte Elemente mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und schafft eine poetische Welt, die Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen zugänglich ist.


2. Theaterpädagogisches Potenzial

a) Spielerische Herausforderungen

Die Figuren bewegen sich zwischen Fantasie und Realität. Dies eröffnet den Darsteller*innen vielfältige Möglichkeiten, unterschiedliche Spielweisen auszuprobieren:

  • Die Waldkinder besitzen besondere Fähigkeiten, die körperlich und kreativ dargestellt werden können.
  • Die Gegensätze zwischen Wald- und Stadtkindern laden dazu ein, verschiedene Haltungen, Bewegungsformen und Lebensweisen auf der Bühne sichtbar zu machen.
  • Die Entwicklung von Lola bietet eine anspruchsvolle innere Reise: von Vorfreude über Enttäuschung und Verunsicherung bis hin zu Mut und Selbstvertrauen.
  • Die Freundschaft zwischen Lola und Marie ermöglicht authentisches Beziehungsspiel und emotionale Szenen.

Besonders reizvoll ist die Verbindung aus poetischen Bildern, fantasievollen Naturmomenten und konkreten Alltagssituationen.

b) Inhaltliche Schwerpunkte

Das Stück greift zahlreiche Themen auf, die für Kinder und Jugendliche unmittelbar nachvollziehbar sind:

  • Umgang mit Enttäuschungen und unerwarteten Lebenssituationen
  • Zugehörigkeit und Identitätsfindung
  • Freundschaft und gegenseitige Unterstützung
  • Verantwortung für die Umwelt
  • Naturverbundenheit und Nachhaltigkeit
  • Mut, für eigene Überzeugungen einzustehen

Lolas Erfahrung, plötzlich nicht mehr dazuzugehören, berührt Fragen, die viele junge Menschen kennen: Was passiert, wenn Erwartungen enttäuscht werden? Wie gehe ich mit Ausgrenzung um? Und wie finde ich meinen eigenen Weg?

Gleichzeitig vermittelt das Stück auf einfühlsame Weise ökologische Themen, ohne belehrend zu wirken. Die Natur erscheint nicht als abstraktes Schutzgut, sondern als lebendige Mitwelt, mit der die Figuren in Beziehung stehen.

c) Inszenatorische Möglichkeiten

„Die Waldkinder“ bietet großes Potenzial für fantasievolle Bühnenbilder und kreative Ensemblearbeit.

Die magischen Naturmomente können durch:

  • Bewegungschoreografien,
  • Lichtgestaltung,
  • Klänge und Geräusche,
  • Musik,
  • Körpertheater
  • oder symbolische Bühnenelemente

sichtbar gemacht werden.

Die Fähigkeit der Waldkinder, Bäume zum Leuchten und Klingen zu bringen, eröffnet zahlreiche kreative Gestaltungsmöglichkeiten und lädt dazu ein, Natur nicht realistisch, sondern poetisch und sinnlich darzustellen.

Auch die Gegenüberstellung von Stadt und Wald kann mit einfachen Mitteln eindrucksvoll inszeniert werden und fördert die Entwicklung symbolischer Bildsprache auf der Bühne.


3. Pädagogische Schwerpunkte

  • Förderung von Umweltbewusstsein und nachhaltigem Denken
  • Auseinandersetzung mit Identität und Zugehörigkeit
  • Stärkung von Empathie und sozialer Verantwortung
  • Entwicklung von Ensemblefähigkeit und Zusammenarbeit
  • Arbeit mit Körper, Bewegung und symbolischer Darstellung
  • Förderung kreativer Fantasie und poetischer Ausdrucksformen
  • Reflexion über den Umgang mit Natur und Lebensräumen


Fazit

„Die Waldkinder“ ist ein fantasievolles und zugleich gesellschaftlich hochaktuelles Theaterstück, das ökologische Themen mit einer berührenden Geschichte über Freundschaft, Mut und Selbstfindung verbindet. Die poetische Grundidee einer lebendigen Beziehung zwischen Mensch und Natur eröffnet vielfältige theaterpädagogische Zugänge und inspiriert zu kreativem, körperlichem und emotionalem Spiel.

Das Stück eignet sich hervorragend für Kinder- und Jugendtheater, Schulbühnen und theaterpädagogische Projekte, die neben der Freude am Spielen auch Fragen nach Verantwortung, Gemeinschaft und unserem Verhältnis zur Mitwelt in den Mittelpunkt stellen möchten.